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Alptraum

Geschrieben am 25.01.10 von Heide. Kommentar (1).

Gestern musste ich bügeln!

Das ist ja im Grunde genommen nicht so tragisch, Ich hole mir den Packen Bügelwäsche, Bügelbrett und Bügeleisen, baue mir alles vor dem Fernseher auf und los gehts.

Meistens bügel ich nicht gleich alles weg, was vielleicht einige strukturierte Hausfrauen tun würden, aber nach zwei, drei Teilen überschaue ich schon einmal vorsichtshalber, was nur für den nächsten Tag ausreichen könnte, um beruhigend das Bügelbrett für die nächsten drei Teile stehen zu lassen.

Gestern ging das nicht, denn ich hatte im Anfall von Frühlingsgefühlen meine Gardinen gewaschen. Also fünf lange Teile lagen vor mir, und um nicht unnötig L-2 aufzufordern, qäulende Fragen nach Sinn und Tätigkeit zu formulieren, reicht schon der Fernseher, um gedanklich vor sich hin zu dümpeln.

Irgend etwas denke ich schon, aber nichts schwerwiegendes und meistens hat es nichts mit der laufenden Sendung zu tun. Gestern zappte ich zu SAT1 und sah einen amerikanischen Spielfilm: Michael Douglas als amerikanischer Präsident, dessen Frau gestorben war und er, das war dann die menschliche Komponente am Film, noch nicht wissend auf der Suche nach einer neuen Partnerin war.

Natürlich war diese sehr hübsch, aber kindlich bescheiden, und nebenbei gehaltstechnisch noch über dem Präsidenten, aber das so nebenbei!

Am Ende hielt der Präsi eine flammende Rede und versprach im Alleingang den Abbau von fossilen Brennstoffen innerhalb der nächsten 10 Jahre, und spätestens jetzt wusste ich, dass es ein modernes Märchen war.

Leider hatte mein Gehirn damit Probleme und wollte letzte Nacht die Angelegenheit alptraumtechnisch nochmals überarbeiten. Ich sah mich plötzlich im Kanzleramt stehen, mir wurde eine Hand gereicht, die irgendwie weiblich war und sich über meine beugte, um einen Handkuss anzudeuten. Und durch den Traumnebel erschien ein Kopf, ich bemerkte mittelbraune toupierte Haare und wurde langsam unruhig. Die erahnten Lippen berührten meine Hand und Körper sandte so komische Signale in Form von „Schmetterlingen”, die verwirrt mit ihren Flügel um sich schlugen.

Und dann hob sich der Kopf, und das erste, was ich entdecken konnte, waren heruntergezogene Mundwinkel.

„Bitte, lieber Gott tun mir das nicht an, ich will auch immer schön brav artig sein und mich nie wieder über mein Alleinsein beschweren!”

Haben Sie schon einmal versucht, sich aus Ihrem Traum herauszuschreien?

Wahrscheinlich klingeln heute die Nachbarn bei mir und fragen, ob jemand in meiner Wohnung ermordet worden war oder ob ich nachts wenigstens leiser Horrorfilme schauen könnte!

Und ich weiß es schon lange: so richtig reale Dokumentarfilme sind nichts für mich!

Heide

Eine Antwort zu “Alptraum”

  1. Irmgard Sander

    Hi, ich habe früher auch vor dem Fernsehen gebügelt. Meistens bei Die Nanny, eine armerikanische Serie, die ich bis vor4 Jahren noch ganz lustig fand. Inzwischen bügel ich lieber im Keller und denke so vor mich hin, als i r g e n d w a s zu gucken, was zufällig in meine Bügelzeit fällt. Reiner Schutzmechanismus gegen schlechte Filme.
    Duuu, hör doch lieber Musik beim Bügeln. Dann hast du keine Alpträume! Wen meinst du denn mit toupierten Haaren und gerunter gezogenen Mundwinklen? Höhö! Ich träume auch oft aus einer Situation heraus. Man sollte das immer aufschreiben, sonst vergißt man es wieder. Meinen nächsten Traum werde ich dir schildern. —- Könnte es sein, dass du in geheimer Mission im Kanzleramt warst und nun zuständig für die Rettung des guten Geschmacks sein sollst, z. B. was “gute” Filme angeht, oder schöne Frisuren oder smilies an Bildschirmen gegen heruntergezogene Mundwinkel? Denk mal darüber nach, eine Lebensknall-Partei zu gründen. Wenn sie einen grünen Touch und eine lila Strähne irgendwo in den Parteifarben hätte, würde ich dich wählen. Immi
    (Ist das eigentlich richtig so, hier irgendwas zu schreiben? Liest das wer? Halloooo! Ist da jemand?)

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