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Lachlifting

Geschrieben am 08.02.10 von Heide. Kommentar (0).

An meinem Monitor klebt ein Smilie, natürlich ein Lachendes! :)

Das funktioniert, auch wenn ich nichts zu Lachen habe.
Wenn nichts mehr bewegt werden kann, weil sich die Denke der anderen gerade im Sprachverlust guter Kommunikation befindet oder aber in ständiger Bereitschaft von sinnfreien Schnellschüssen dahindümpelt, könnte ich doch mal versuchen, zu lächeln, anstatt mich selbst anzugreifen und mit schlecher Laune zu verseuchen.

Ich habe mal versucht, bewußt zu lächeln, weil mir gesagt wurde, ich würde oft so “streng” aussehen, so böse nachdenklich, so schlechtlaunig.
Während eines Spazierganges durch meine geliebte Lister Meile lief ich mutig Probegrinsen.
Das war nicht lustig, eher ein gewolltes Lachlifting, gestelzt und aufgesetzt.
Hab nicht lange durchgehalten, jedenfalls nicht die gesamte Lister Meile bis zum Hauptbahnhof.

Spontanes Lachen ist viel schöner, da passiert so viel, 18 Muskeln setzen sich in Bewegung, von denen ich nichts mitbekomme. Müßte ich sie alle nacheinander aufrufen, wäre mir Lachen zu anstrengend. Außerdem massiert das Zwerchfell Leber, Galle und Milz, knetet den Magen-Darm-Bereich durch und fördert so die Verdauung. Mist, auch kein Grund mehr, die Verdauungszigarette als solche vorzuschieben.

Außerdem entspannt Lachen. Richtig herzhaft, ist es das reinste Powertraining, gibt Mut für den Tag und Vertrauen zu mir selbst, ein gemeinschaftliches Gefühl im gemeinschaftlichen Lachen.

Also, öfter mal nen Witz rausschmeißen, als den Tag schon morgens als “Shit” zu bezeichnen.

Und wenn nichts mehr hilft, dann helfen Kinder. Ihnen zuzuhören, was sie in dieser Minute bewegt, reduziert oft den Höhenflug der Problemdarstellung, zeigt glasklar, wie sehr ich mich wieder im Vergangenen verstricke und das Mögliche im Jetztleben außer Acht lasse.

Kinder lachen bis zu 400 mal am Tag, Erwachsene können sich gerade mal im Durchschnitt mit der Zahl 15 zufrieden geben.
Ziemlich traurig, denn bei einigen könnte schon die 1 angezweifelt werden.

Sicher ist, dass ich mit einem Lächeln sympathischer wirke, weichere Züge habe, mit mir selbst zufriedener bin.
Und wenn es wirklich nichts mehr zu lachen gibt, dann kommt der Smilie auf meinem Monitor wieder zum Einsatz. Er erinnert mich daran, dass ich mich zumindestens um ein Lächeln bemühen darf.

Vielleicht reicht es auch schon aus, um andere Missmutige zu irritieren und sie mit permanent guter Laune regelrecht rauszugraulen oder anzuätzen, dabei vertraulich auf die Schulter zu klopfen oder in die 1m-Zone vorzudringen. Vielleicht reduziert das den täglichen Auftragsverteilungswahn?

Hmm, darüber könnte ich nachdenken. Aber erstmal muss ich das Grinsen wieder aus dem Gesicht kriegen! :)

Heide

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