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Vulkanausbruch

Geschrieben am 02.02.10 von Heide. Kommentare (3).

Das Jahr 2008 war geprägt von lebensnotwendigen Veränderungen.

Durch erst zögerlich ängstliches Öffnen meines Seelenrucksacks, vorsichtig schauend, ob da etwas dunkles Unerträgliches lauerte, von Tag zu Tag sicherer im Gänge bauen, im Freischaufeln, nichts hergeben, nur umsortieren, und im Finden der gedanklichen Schatztruhe, floss die Zuversicht zum Leben langsam aber stetig an zu einem friedlichen Ruhestrom, zusammengefasst zu einer völlig neuen Lebenseinstellung, einer nie erwarteten positiven Veränderung meiner Sichtweise zu der Person, die sich seit 50 Jahren “Heide” nennt.

In meinem schönen neuen Nest durch Umzug in eine sehr sonnenfreundliche Wohnung lernte ich mich kennen, hörte zu unterscheiden zwischen Seele und Geist, damals noch namenslos, aber immer mehr gefühlt stärker präsent. Arbeitstechnisch sah es anders aus, dort knallte es und brachte mich zur Explosion.

Und immer ist es falsche Kommunikation, fehlendes Vertrauen, überzogene “Chef”-Taktik durch blinde Fehlentscheidungen und im Glauben, dass die Hierarchie schon alles regelt, im Glauben dass blinder Gehorsam noch funktioniert, machte ich Stress ohne Ende, denn begriffen hatte ich schon lange, gesehen auch. Globale Wahrnehmung, die mir vorausschauende Bilder sendet, die zu einem Puzzle zusammengesetzt in der Fertigstellung sehr oft die Realität zeigen.

Ja, ich hatte Stress gemacht, Position bezogen, nicht an eventuelle Repressalien denkend, meine Meinung auf den Tisch geworfen, fast meine Wut und Enttäuschung herausgebrüllt, wahrscheinlich oder sicherlich “gebrüllt”.
Meine Stimme ist weder zierlich noch leise, im Gegenteil stark und kräftig, eher unweiblich, zu bestimmend, ebenso wie mein Auftreten, so wurde mir gesagt, fast schon arrogant, vielleicht auch unangenehm.
Wenn dann noch mein “Gerechtigkeitsempfinden” dazu kommt, fluten heftige zu klare Worte hervor, auf die ich mich aber verlassen kann. Dummes Zeug, törichte Andeutungen oder böswillige Vermutungen scheine ich nicht zu denken. L-2 formuliert sie nicht. L-2 kennt sie einfach nicht.
L-1 zeigte mir meine Emotionen über den Körper mit Schlafentzug und L-2 in stundenlangen Zwiegesprächen, bis alle Puzzeleteile eine dunkle Wetterfront anzeigten und mir die Puste gaben, gegen alles und jeden anzustürmen.

Und so kam der Tag, da trauten sich einige, in den Vulkan hineinzuschauen und den Grund des Brodelns zu erkennen und den Ausbruch zu stoppen. Und andere trauten sich nicht, sie schauten einfach weg, profitierten letztendlich vom rechtzeitigen Stopp, obwohl ich mir im nachhinein sicher bin, dass einige Lavakrümel bei denen, die unten standen, angekommen waren, sie verbrannten in ihrer eigenen “Zurschaustellung”, die so gar nicht nötig gewesen wäre.

Kraft hatte es gekostet, aber auch diese Krise regte zu neuer Veränderung an. Bewusst war es mir damals nicht. Ob ich wirklich “bewusst” Bewegung in meine persönliche Veränderung bringe, glaube ich eher nicht. Körper, Geist und Seele sind sich mehr und mehr in vielem einig, im Wesentlichen immer.

Mittlerweile gehe ich mit Krisen völlig anders um. Es ist nicht so, dass L-2 sie dringend benötigt, aber scheinbar “Heide” in Person. Und mittlerweile freue ich mich auf ein Ergebnis, fast schon egal, welches. Denn es entstehen wieder neue Wege, die mir zuvor nicht begehbar erschienen.

Und auch der gestoppte Vulkanausbruch hatte Neuland entstehen lassen, eine Begegnung der besonders wertvollen Art.
Nicht sicher bin ich mir, solch eine überraschende Intensität nochmals in ähnlicher Form zu erleben. Ein Déjà-vu wird nicht möglich sein.
Aber das ist in Ordnung, denn dieses Erlebnis ist so eine Art Joker im Umgang mit meinen Menschen heute und in der Zukunft.

Dafür brauche ich noch nicht einmal jemanden anzurufen! :)
Und von dieser besonderen Begegnung erzähle ich noch.

Heide

3 Antworten zu “Vulkanausbruch”

  1. Inge Trombach

    Moin Heide,

    deinen Vulkanausbruch lese ich immer wieder. Ganz verstanden habe ich ihn nicht. Ganz sicher aber ist für mich, wie gut du dich, in deiner Wirkung auf Andere, selbst erkannt hast. Genau so hast du auf mich gewirkt, du machtest mich fast ängstlich. Die Macht der Worte. Mir hat mal ein lieber Mensch gesagt „Achte darauf, wie das, was du sagst bei deinem Gegenüber ankommt“. Das ist manchmal sehr schwer, denn ich fühle ja nur mich.
    Nun kenne ich inzwischen die reale Heide und weiß, sie ist ein ganz lieber Mensch und die schriftliche Heide kommt jetzt meistens so bei mir an, wie sie es meint. Mach weiter so.

    Liebe Grüße Inge

  2. Jürgen

    Hallo, Frau Dittel, (nein, das passt nicht zu solch einer Seite)
    Hallo, Heide,

    immer wieder bin ich erstaunt, wenn ich neue Artikel aus “Lebensknall” anklicke und lese.
    Ich denke, ich habe selten einen Menschen kennen gerlernt, der sich so sehr selbst reflektiert und mit sich selbst ins Gericht geht.
    Und du bist auch noch darüber hinaus bereit, andere an diesem Prozess teilhaben zu lassen.

    Ich kann mir nur vorstellen, dass dies ein langer Weg war, ein Weg, der längst noch nicht beendet ist (ist ein Weg überhaupt jemals zu Ende, oder schließen sich nur neue Abzweigungen an, auch wenn ein fester Pfad nicht mehr zu erkennen ist?).

    Aber in einem bin ich mir sehr sicher: Du bist ein sehr mutiger Mensch, denn wer guckt schon gern in die Ecken seiner Seele, die man am liebsten verschließen und selbst vergessen würde. Das geht aber nicht auf Dauer.

    Mehrmals habe ich beim Lesen gedacht: “Jetzt erfindet sie sich wieder selbst”, bis mir klar wurde, dass du dich gar nicht selbst erfinden kannst. Aber du kannst dich finden. Und immer ein Stückchen mehr von dir entdecken.

    Starker Auftritt, Heide (ex FRau Dittel).
    Schön und wirklich erfreulich, wenn ich mal die Chance habe, auf diesem Wege einen Menschen von einer ganz anderen Seite kennen zu lernen. Eine wichtige Erfahrung für mich.

    Danke
    Jürgen

    P.S.: Nochmals ganz lieben Dank für das tolle Geschenk. Übrigens das wichtigste Geschenk an diesem Tage, weil ich deutlich spüren konnte, dass es aus dem Herzen kam.

  3. Heide

    Es kam von Herzen, Jürgen! Es wurde für besondere Menschen geschrieben, eindeutig gehören wir beide dazu! Herzlich Heide

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