Der alltägliche Wahn- und Unsinn, humanistische Rückentwicklung, politisches Kasperletheater, all das sehe und fühle ich mehr denn je.
Draußen spielt sich etwas ab, irgendein Verblödungsgas, irgendwelche Befehle zur Gehirnerweichung, erschreckend um sich greifende Alzheimersymptome, Hologramme als Politiker, Entscheiderweicheier und verwirrte Manager, Betrüger, Abzocker, Leute-für-dumm-Verkäufer, überforderte Ärzte, seelisch kranke Krankenpfleger, auf der Flucht putzende Putzfrauen, völlige Gaga-TV-Sendungen, durchgeknallte Gesangshows, fehlt da noch was?
Sind wir das Futter für die Kranken?
Wie war das noch? Wir behandeln immer die Falschen, das Problem sind die Normalen!
Dieser Satz ist der Untertitel zum Buch “IRRE”, der Schriftsteller Manfred Lütz stellt die sich selbst als “normal” bezeichnenden Menschen in Frage, indem er mit Recht darüber nachdenkt, dass die angeblich Normalen eine von ihnen definierte Gruppe von psychisch Verletzten als “krank” bezeichnen und er stellt die These auf, dass, wenn vielleicht auch schon die angeblich Normalen krank sind, wie “krank” müssten dann die von ihnen bezeichneten Kranken tatsächlich sein, “doppelkrank” oder einfach “wahnsinnig”?
Die blödsinnig Normalen verteidigen Regeln, verwirren mit Absicht, betrügen vor unseren Augen, sie vertrauen darauf, dass wir alles schlucken, was sowieso nur noch ins Klo zu spülen ist, aber sie wissen, dass unsere Kloschüssel nicht groß genug ist und wir dafür noch Abwassergebühr bezahlen müssen.
Demnächst zahle ich eine “Kopfpauschale” an die Krankenkasse, die legen dann den Wert meines Kopfes fest, und auch wenn ich jede Bahnfahrt bezahlen muss, muss die Bahn nichts mehr leisten, sich nicht um Anschlusszüge kümmern oder scheißkalte Bahnhöfe.
Ich zahle GEZ, aber ich darf nicht wählen, ob ich die öffentlich Rechtlichen überhaupt sehen will. Für das Geld könnte ich eine private Pflegeversicherung abschließen, aber das muss doch auch noch irgendwie zu schaffen sein, oder? Die Poststellen werden immer weniger und ab und an stehe ich auch vor verschlossenen Türen, obwohl die Öffnungszeiten eigentlich sagen, dass ich noch richtig in der Zeit bin.
Da wird einem langjährigen Betriebsangehörigen gekündigt, weil er sein durch privates Engagement angetriebenes Fernstudium nicht geschafft hat, was so gar nichts mit seinem Beruf zu tun hat, oder aber es verliert ein Arbeitnehmer seine Arbeit, weil er für sein Handy Strom aus dem Firmennetz “gestohlen” hat.
Er war zwar somit für seine Mitarbeiter immer erreichbar, aber das scheint ja nicht mehr mit der Wertevorstellung einiger Arbeitgeber zusammenzupassen.
Da werden deutsche Soldaten nach Afghanistan geschickt und erst seit heute fällt auf, dass dort doch irgendwie Krieg ausgebrochen ist. Die jungen Menschen werden laienhaft verschachert, zum Fraß vorgeworfen von denen, die immer noch meinen, dass es auch im Krieg noch Gutmenschen gibt, die sich an das deutsche Gesetz halten, vor allen Dingen in Kriegsgebieten. Diejenigen, die es nicht nötig haben, diese jungen Menschen mit allem auszustatten, was ihrem Schutz dient. Als Mutter einer dieser armen Soldaten würde es mir das Herz zerreißen und ich müsste vor mir selbst geschützt werden, müsste ich mit diesen Entscheidern am Sarg meines Sohnes stehen.
Mißbrauch in der Kirche? Diese alten Säcke, die nichts anderes zu tun haben, als Wasser zur predigen und Wein zu saufen bis zum Umfallen, Kinderseelen kaputtzuschlagen und sich noch hinstellen und schwören, nie etwas getan zu haben? Und wenn etwas bekannt wurde von diesen Schweinereien, dann wurde geschwindelt, verschoben, Zeit geschunden? Weil sie vielleicht diese absolut kranken Gottesprediger noch verstehen, es vielleicht sogar nachvollziehen, was die armen Zölibatler durchzustehen haben im Namen Gottes?
Boah, ich könnt gerade brechen!
Das alles wird noch ein Desaster werden, aber es wird auch noch dauern.
Ich wollte nie mein Engagement verlieren, aber ich habe begriffen, dass ich tatsächlich loslassen darf. Ich habe begriffen, dass ich mich vorbereiten darf, auf die Zeit, in der ich alt und müde werde, und für die Zeit darf ich ein Erinnerungspolster schaffen, von dem ich zehren kann, wenn nichts mehr in mir und mit mir geht. Aber wahrscheinlich ist dann das ganze System sowieso schon zusammengebrochen.
Und jeden Tag wird es deutlicher für mich, nämlich, dass ich gar nichts mehr ändern kann, außer mich ständig um mich selbst zu kümmern.
Allein das ist schon eine riesige Aufgabe.
Vor kurzem las ich, dass nur derjenige ein Optimist sein kann, der nicht genügend informiert ist.
Das trifft es ziemlich genau, ich glaube, deshalb krankt es an allen Ecken und Kanten, weil sich niemand mehr verantwortlich fühlt und niemand mehr bereit ist, für sein Tun und Handeln einzustehen!
Trotzdem, das Leben hat noch viel zu bieten. Kein Grund, den wertvollen Kopf in den Sand zu stecken, kein Grund das zu tun, was die blödsinnig Normalen in ihrem krankhaften Wahn meinen, vorgeben zu dürfen.
Ich war sowieso noch nie gut im Nachahmen oder Hinnehmen, wobei letzteres tatsächlich perfektioniert werden sollte.
Mal sehn, was L-1 und L-2 dazu sagen. Werde nachberichten!
Heide
13.Apr.2010. - 15:26
“Boah, ich könnt gerade brechen!”
Hallo Heide,
pass gut auf Dich auf, wenn es bricht, dann knackst das immer so fies.
LG Karl
24.Apr.2010. - 23:14
Doch, liebe Heide – wir können was tun. Wir können anders sein. Und je mehr sich das trauen, umso mehr werden es.
Ich weiß, es ist eine Aufgabe, die ‘undankbar’ ist, weil wir damit mehr oder weniger Außenseiter sind.
Aber alle Bewegungen haben mit wenigen angefangen. Ich sage nicht, dass wir noch allzu großartige Veränderungen erleben werden. Aber darum geht’s im Grunde nicht. Die Gesellschaft besteht aus vielen, vielen Einzelnen. Und jeder hat sein Umfeld, in dem er wieder Einfluss ausübt, den Begriff ‘Normalität’ durch sein Verhalten prägt. Denn die meisten schauen sich sowieso von anderen ab, wie ‘man’ zu sein hat ohne groß darüber zu reflektieren.
Dennoch erlebe ich es schon hin und wieder in meinem Umfeld, dass ich für mein authentisches Auftreten gemocht werde. Dass ich damit in anderen etwas positiv anspreche und manchmal sogar etwas auslöse. Denn ich bin auch eine von jenen, die den ‘Normalitätsbegriff’ prägt. Oft habe ich schon erlebt – bin ich offen, sind es plötzlich andere auch. Ganz so ist es also nicht mit dem Nichts-Bewirken-Können.
Je mehr so denken, umso größer die Wirkung. Wenn man schon jeden Unsinn mühelos verbreiten kann, kann man auch anderes verbreiten. Zu denken, es macht keinen Sinn, weil ja so viele ‘normal’ anders definieren, ist daher nicht ganz richtig. Es macht schon Sinn – und nicht nur für einen selbst.
Arno Gruen schrieb im Vorwort seines Buches “Der Verrat am Selbst”, er wolle dijenigen stärken, die den Weg gehen zur Verbindung mit sich selbst gehen. Ich hab’s gelesen und es hat mich gestärkt. Und ich habe mein Kind so erzogen, das nun dieses wieder an sein eigens weiter gibt. Gerade weil es so viele sind, die daran vorbei leben, ist jeder Einzelne wichtig, der das nicht tut.
LG
Eva
25.Apr.2010. - 11:42
Hallo Eva,
herzlichen Dank für Deinen schönen Kommentar. Natürlich kann jeder etwas ändern, aber eine Veränderung auch für andere, die sich für normal halten, fängt schon an, wenn ich etwas für mich tue, wenn ich mich positiv so verändere, dass es auch nach außen auffällt. Das ist eindeutig so, diese gute Erfahrung habe ich schon gemacht, aber mir geht es in erster Linie um meine Zufriedenheit. Und mir geht es darum, dass ich trotzdem noch bei mir bleiben kann und nicht das verliere, was noch an Power, Engagement, Neugierde und kindlicher Ungeduld in mir lebt.
Danke für den Buchtipp, selbstverständlich wird es sofort bestellt.
Herzlich
Heide
26.Apr.2010. - 11:28
Liebe Heide,
…”dass ich TROTZDEM noch bei mir bleiben kann und nicht das verliere, was noch an Power, Engagement, Neugierde und kindlicher Ungeduld in mir lebt.”
Worauf bezieht sich dieses ‘trotzdem’? All diese Eigenschaften eroberst du dir ja gerade dadurch zurück, dass du die Verbindung zu dir (wieder)findest. Für andere kann man sich natürlich nicht ändern, das wäre Unsinn. Ich meinte nur, dass viele mit sich verbundene Menschen langsam das als ‘Normalsein’ prägen könnten.
Arno Gruen ist übrigens in seinen Erkenntnissen und Aussagen großartig!
LG
Eva
26.Apr.2010. - 13:07
Hallo, liebe Eva!
TROTZDEM bezieht sich auf genau die guten Eigenschaften, die ich danach aufgezählt habe. Diese Aufzählung macht mich aus, sie ist authentisch und ich bin sehr stolz darauf. Aber vielleicht kann ich meine Gelassenheit und somit einen hohen Grad an Zufriedenheit nur finden, wenn ich beruflich in diesen Eigenschaften zurückfahren muss oder vielleicht auch darf, da bin ich mir noch nicht so sicher.
Mein Focus liegt bzw. lag schon immer am Service des Anwenders und an meiner Verantwortung zum entwickelten Produkt. Betrieblich läuft es eher nicht so stark poduktorientiert ab und das macht mir zu schaffen.
Auch sind meine Ansichten bzgl. Mitarbeiterführung und Führungswärme eine andere. Mein Gerechtigkeitsempfinden ist sehr ausgeprägt und ich weiß ganz genau, was ich nicht mehr will, nämlich mich unterdrücken oder ungerecht behandelt zu fühlen.
Da darf ich noch genauer hinsehen, ob es so ist oder nur bei mir so rüberkommt.
Ein Spagat also, den ich lerne und spannend ist es allemal.
Herzlich
Heide